Wir haben Mitglieder des Bündnisses #NoNIPT gefragt, warum sie sich persönlich engagieren und wie sie die aktuelle Debatte rund um die Durchführung eines solchen Monitorings und die Einrichtung eines Expert*innengremiums erleben.
Kirsten, #NoNIPT AG Monitoring: „Im Rahmen der Debatte um das Monitoring zum NIPT wird immer wieder gesagt, dies würde die Selbstbestimmungsrechte von Schwangeren einschränken. Die Frage, die man sich in diesem Zusammenhang aber stellen muss, ist: wie selbstbestimmt ist die Entscheidung in einer ableistischen Gesellschaft wie unserer eigentlich?
Solange das Bild von Behinderung mit Leid und Einschränkung verbunden ist und keine echte Inklusion gelebt wird, wird der Druck auf Schwangere bleiben, sich für einen Abbruch zu entscheiden – das ist dann aber keine freie Entscheidung und damit auch keine Selbstbestimmung!
Echte Selbstbestimmung kann nur entstehen, wenn das Leben mit behinderten Kindern nicht weiter verunmöglicht wird. Die mangelnde Unterstützung, der ganze Papierkram, die fehlende Inklusion in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt – das alles macht Eltern und Menschen mit Behinderung das Leben schwer. Aber soziale Probleme lösen wir nicht im Labor, sondern politisch! Die Grundvoraussetzung für echte Selbstbestimmung sind gute Bedingungen für ALLE.Ich verurteile niemanden, die*der sich für einen Abbruch entscheidet und Schwangerschaftsabbrüche gehören längst entkriminalisiert. Hier geht es aber nicht um einzelne, individuelle Entscheidungen. Hier geht es um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Und der Deutsche Bundestag verweigert sich dieser Debatte. Das hat er schon vor der Einführung der Kassenfinanzierung gemacht und das versuchen die Abgeordneten jetzt wieder, wenn sie sich hinter scheinbar progressiven Haltungen verstecken, um nicht hingucken zu müssen. Wir brauchen diese Debatte aber. Und wir brauchen dafür belastbare Daten und ein interdisziplinäres Begleitgremium, das diese Daten aus- und bewerten und den Bundestag entsprechend beraten kann. Deswegen: Monitoring jetzt!“
Voraussichtlich am 25. Juni 2026 (15:10-15:45) wird im Deutschen Bundestag über den fraktionsübergreifenden Antrag „Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ namentlich abgestimmt. Sprecht gerne eure Bundestagsabgeordneten auf dieses Thema an oder fragt sie nach Plätzen auf der Besuchertribüne, wenn ihr die namentliche Abstimmung vor Ort verfolgen möchtet.




















































































































