Wir haben Mitglieder des Bündnisses #NoNIPT gefragt, warum sie sich persönlich engagieren und wie sie die aktuelle Debatte rund um die Durchführung eines solchen Monitorings und die Einrichtung eines Expert*innengremiums erleben.
Tina, #NoNIPT / mittendrin e.V.: „Mit der Kassenfinanzierung des NIPT haben wir die gesellschaftliche Vereinbarung getroffen, dass ein Kind mit Trisomie heute vermeidbar ist. Der Beschluss hat den Deutungsrahmen geschärft, dass Frauen selbst verantwortlich sind, wenn sie ein Kind mit Behinderung, insbesondere eines mit Down-Syndrom, bekommen.
Der Begriff der Selbstbestimmung in Zusammenhang mit der kassenfinanzierten Inanspruchnahme des NIPT suggeriert nicht nur die Möglichkeit, sondern formuliert geradezu den Auftrag an die Schwangere – „was die Kasse zahlt, ist sinnvoll und wichtig“ – das Ausmaß an Sorgearbeit, das auf sie zukommt, individuell planen zu können und zu müssen. Er erklärt damit eine Herausforderung, die das Leben jederzeit an Jede*n von uns stellen kann, zu einem individuellen Problem. Und macht die behauptete Selbstbestimmung zu einem vergifteten und unehrlichen Geschenk.
Der NIPT verschiebt unseren Blick auf Behinderung von einer sozialen zu einer individuellen Verantwortung, kostet die Solidargemeinschaft der Versicherten viel Geld – und gibt Eltern nicht die versprochene Sicherheit, kein behindertes Kind zu bekommen. Gibt es ein positives Ergebnis, erzeugt er sogar sehr große Not: Er bietet keine therapeutische Handlungsoption und legt die Notwendigkeit einer Entscheidung für oder gegen einen Abbruch nahe.Ein Monitoring hat den Auftrag zu untersuchen, ob durch die Kassenfinanzierung ein impliziter Erwartungsdruck auf Schwangere entsteht – und wie dieser gegebenenfalls Entscheidungen für oder gegen eine Inanspruchnahme des Tests beeinflusst.“
Voraussichtlich am 25. Juni 2026 (15:10-15:45) wird im Deutschen Bundestag über den fraktionsübergreifenden Antrag „Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ namentlich abgestimmt. Sprecht gerne eure Bundestagsabgeordneten auf dieses Thema an oder fragt sie nach Plätzen auf der Besuchertribüne, wenn ihr die Abstimmung vor Ort verfolgen möchtet.




















































































































