Claudia, #NoNIPT / Netzwerk gegen Selektion durch PND: „Nur im begründeten Einzelfall, nach ausführlicher medizinischer Beratung sollte der NIPT von den Kassen bezahlt werden. Das Ziel: die Zahl der invasiven Untersuchungen verringern. Auf keinen Fall sollte er zu einer allgemeinen Reihenuntersuchung (Screening) werden. Das wäre ethisch unverantwortlich. Soweit die Ankündigung bei der Kassenzulassung.
Inzwischen verdichten sich die Hinweise: Beide Ziele wurden gründlich verfehlt. Die Krankenkassen – wir als Solidargemeinschaft der Versicherten! – finanzieren faktisch ein Screening auf das Down-Syndrom! Ein ethisches und gesellschaftspolitisches Desaster, das wir nicht einfach so laufen lassen können.
Es braucht daher dringend eine Evaluierung zu dieser Kassenleistung! Sozialwissenschaftlich fundiert, anonymisiert und in jedem Fall freiwillig. Es braucht umfassende und belastbare Daten, zur Nutzung des Tests, zu den Motiven, zu den Ergebnissen, zu den Folgen:
- Wie viele Schwangere nutzen den Test? Wie viele Testergebnisse waren auffällig, wie viele davon falsch-positiv?
- Warum nutzen sie den Test? Aus Angst vor einem Kind mit Down-Syndrom? Weil die Kassenfinanzierung als eine Empfehlung wirkt? Weil sie sich dazu gedrängt fühlen? Weil man als kleine Zusatzleistung noch nach dem Geschlecht des Kindes suchen kann?
- Wie gut fühlen sie sich von ihrer Ärzt*in über den Test informiert? War die Beratung verständlich? Wertfrei? Konnten sie alle ihre Fragen stellen?
- Wurden sie informiert über die Grenzen des Tests? Dass er keine Diagnose liefert? Dass ein auffälliges Testergebnis falsch sein kann, umso eher, je jünger die Schwangere ist?
- Welche Bedeutung haben (digitale) Werbeinformationen der Testanbieter für die Schwangeren?
Wenn der Gesetzgeber die Antworten auf diese (und weitere) Fragen kennt, kann er seiner Verantwortung gerecht werden und unerwünschten Entwicklungen entgegensteuern.“
Voraussichtlich am 24., 25. oder 26. Juni 2026 wird im Deutschen Bundestag über den fraktionsübergreifenden Antrag „Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“ namentlich abgestimmt. Sprecht gerne eure Bundestagsabgeordneten auf dieses Thema an oder fragt sie nach Plätzen auf der Besuchertribüne, wenn ihr die namentliche Abstimmung vor Ort verfolgen möchtet.




















































































































