Judith Heimbach unterstützt #NoNIPT

Auf einem rosa Quadrat steht in weißer Schrift auf dunkelblauen Balken: „Auch ich fordere #NoNIPT“.

Judith Heimbach, Privatperson aus Hamburg:

Unser Sohn Leo wurde am 19. Februar mit Trisomie 21 geboren. Wir hatten jede Form von pränataler Diagnostik abgelehnt, so auch bei den Schwangerschaften mit Leos beiden älteren Geschwistern. Wir haben drei absolut wunderbare Wunschkinder und deswegen war das Thema Schwangerschaftsabbruch für mich bzw uns nie ein Thema. Ich schreibe das, weil ich durchaus für das Selbstbestimmungsrecht der Frau bin; nur hat dieses für mich nichts mit den unterschiedlichen Kindern, die wir bekommen können zu tun. Wenn ich mir ein Kind wünsche, dann freue ich mich darüber, dass ich eins bekommen kann und dann ist es genauso, wie es ist richtig und perfekt. Egal welches Geschlecht es hat (es soll ja auch Eltern geben, die weinen, wenn sie erfahren, dass ihr Kind das „falsche“ Geschlecht hat), welche Haar- oder Augenfarbe es hat.

Meine Frauenärztin hat gegen meinen Willen bei der ersten großen Ultraschalluntersuchung doch die Nackenfalte gemessen und mich dann daraufhin gewiesen, dass sie dicker ist als sie durchschnittlich zu diesem Zeitpunkt in der Schwangerschaft ist. Das hatte zur Folge, dass ich ein paar Wochen lang große Angst hatte, ich könnte mein Baby verlieren, weil es häufiger der Fall ist, dass Fehlgeburten auftreten bei dickeren Nackenfalten. Weitere Tests haben wir auf jeden Fall abgelehnt, nicht nur weil sie ein Risiko darstellten, sondern vor allem, weil das Wissen um die Ergebnisse sowieso nichts geändert hätte.
Ich finde besonders wichtig, dass diese Bluttests abgelehnt werden, damit Trisomie 21 Betroffenen gezeigt wird, dass sie gewollt sind, wie alle anderen auch. Wenn wir von einer inklusiven Gesellschaft sprechen, dann brauchen wir Vielfalt.

Leo ist das beste Baby (eigentlich schon Kleinkind), das wir uns wünschen konnten, so wie Leos Geschwister die besten Babys waren, die wir uns hätten wünschen können und jetzt sind sie die besten Kinder. Füreinander sind sie die besten Geschwister, die sie sich vorstellen können. Für alle drei würden wir als Eltern immer alles tun, damit es ihnen gut geht und sie leicht durchs Leben kommen (vor allem was die Gesundheit angeht).